Vor zwei Jahren konnte Angelika Sporer bei ihrem ersten Antreten bei einer österreichischen Meisterschaft gleich eine Silbermedaille erringen, letztes Jahr machte ihr das Sieglinde Losch mit einer Bronzemedaille nach. Bei der Ende August abgehaltenen österreichischen Meisterschaft für KK-Gewehr auf die 50m-Distanz am Landeshauptschießstand in Innsbruck-Arzl gelang dieses Kunststück auch Christof Melmer.
Als krasser Außenseiter im Bewerb 60 Schuss Liegend bei den Senioren an den Start gegangen, konnte er mit einem sensationellen Ergebnis fast alle der immerhin 37 Konkurrenten hinter sich lassen und sicherte sich die Silbermedaille. Mit 588 Ringen erzielte Christof ein Ergebnis, das er bisher nicht einmal im Training erreicht hatte, so kann man diesen Wettkampf nach mehr als 30 Sportschützenjahren als absolute
Sternstunde bezeichnen. Dass an so einem Tag aber auch das Glück dazu kommt,
sieht man am letzten Schuss, den Christof abgegeben hat. Mit einer 10,0
erzielte er den schlechtest möglichen Zehner, eine 9,9 ist nur ein Millimeter
davon entfernt. Aber mit dieser Neun wäre die Medaille verloren gewesen und er
nur Vierter geworden. Eigentlich hätte man diese Leistung eher von Martin Larcher
erwarten können. Er ist der beste Schütze der Schützengilde Mieming der letzten Jahre und doppelte Medaillengewinner bei der österreichischen Meisterschaft im vergangenen Jahr.
Martin war auch bei den vorhergegangen Trainings und den Wettkämpfen meistens
um einiges besser als Christof. Aber die Tagesverfassung hat bei Christof an
diesem Tag gestimmt, bei Martin hingegen nicht so. Mit 577 Ringen erreichte er
ein für seine Verhältnisse unterdurchschnittliches Ergebnis und den 20. Platz. Aber
er hat bei den kommenden Meisterschaften über die 300m Distanz noch reelle
Chancen seine Medaillen-Sammlung zu erweitern.
Am gleichen Tag fand auch die österreichische Meisterschaft mit der Feuerpistole
in Kapfenberg statt. Als Vertreterin der Schützengilde Mieming konnte sich
Sieglinde Losch für diese Meisterschaft qualifizieren. Nachdem sie im letzten
Jahr noch die Bronzemedaille erringen konnte, waren ihre Erwartungen auch im
heurigen Jahr entsprechend groß. Aufgrund zu geringer Teilnehmer bei den
Seniorinnen musste Sieglinde in der gemischten Seniorenklasse antreten. Das
brachte ihr Selbstvertrauen vollkommen aus dem Gleichgewicht, da sie sich
einredete, dass sie da ohnehin nie eine Medaillenchance haben würde. Dementsprechend konnte sie im ganzen Wettkampf nie ihre gewohnte Leistung abrufen und mit 489 Ringen erzielte sie mit Abstand ihr schlechtestes Saisonresultat. Bitter ist
immer die Erkenntnis, dass man sich einige Monate gezielt und konzentriert auf
einen großen Wettkampf vorbereitet und dann will es einfach nicht hinhauen.
